Pressnitz - Städte und Dörfer(Ko)

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Pressnitz


Aus alter Chronik
Preßnitz

Hoch oben im Erzgebirge, umrauscht von bewaldeten Bergen, liegt in einer freundlichen Talmulde die alte Berg-Stadt Preßnitz.
Das Gemeindegebiet umfaßt 1291 ha und zählt 454 Häuser mit rund 2500 Einwohnern. Der Ort liegt über 700 m hoch (Marktplatz 720 m. Kirchenschwelle 727 m).
Preßnitz ist der Hauptort des gleichnamigen Landkreises. Als Kreisstadt ist Preßnitz der Sitz eines Landratsamtes (mit Kreisschulamt, Gesundheitsamt, Fürsorgeamt, Wirtschaftsamt, Jugendamt, Ernährungsamt us.). Ferner hat Preßnitz ein Stadtamt, ein Finanzamt, ein Amtsgericht (mit Grundbuchs-amt) und ein Postamt. Auch ist Preßnitz Standort eines Gendarmeriekreises und eines Gendarmeriepostens.
Außerdem befindet sich im Orte eine Graf Buquoy'sche Forstverwaltung, eine städtische Revierförsterei und eine staatliche Revierförsterei (Spitzberg). Der Ort hat drei Geldanstalten: die Zweigstelle Preßnitz der Komotauer Sparkasse, die Filiale Preßnitz der Kreditanstalt der Deutschen und die Volksbank Preßnitz.
An Schulen finden wir in Preßnitz: eine Volksschule, eine Hauptschule, eine städtische Musikschule und einen Kindergarten.
Preßnitz ist der Sitz eines katholischen Dekanatamtes. Die katholische Pfarrgemeinde besteht Seit dem 13. Jahrhundert;
sie umfaßt die Orte Preßnitz, Dörnsdorf, Orpus, Pleil-Sorgenthal und Hegerhaus (Gemeinde Christofhammer). Die Kirchenbücher gehen zurück bis 1811, bruchstückweise bis 1688. Seit 1904 besteht im Orte eine evangelische Predigtstation.
Seit 1905 hat Preßnitz eine vorzügliche Hochquellenwasserleitung und seit 1920 elektrische Beleuchtung.
Die Ortsbewohner sind in den verschiedensten Berufen tätig; sie beschäftigen sich in der Landwirtschaft, in der Textilindustrie, in der Forstwirtschaft, im Gewerbe und im Handel.
Viele stehen in öffentlichen Diensten als Angestellte und Beamte. Das Reisen mit Musik hat stark abgenommen. Die. einheimischen Textilbetriebe erzeugen Spitzen, Strümpfe, Strick-waren, Vorhänge, Wäsche, Schürzen u, a.
Die Verkehrslage des Ortes ist seit der Einführung des Autobusverkehrs nicht ungünstig. Es führen Autobusse nach:
Weipert-Chemnitz, Kaaden und Komotau. Ein Postautobus fährt vom Marktplatz zur Bahnstation, die 3 km vom Orte entfernt ist.
Preßnitz ist ein gemütliches altes Städtchen. Inmitten des Ortes breitet Marktplatz aus. Auf diesem Platze steht ein herrschaftliches Schloß, das vor mehr als 400 Jahren erbaut wurde. Im Schlosse sind u. a. das Kreisschulamt und die Graf Buquoy'sche Forstverwaltung untergebracht. Vor dem Schlosse finden wir einen kleinen, schattigen Park mit hohen Bäumen, Blumenbeeten, Rasenflächen und wohlgepflegten Wegen. Mehrere Bänke laden zum Ausruhen ein. Auf dem Marktplatze befinden sich das Landratsamt, das Finanzamt, das Postamt, die Apotheke und. das Tonfilmkino (im Hotel „Roß"). Nicht weit vom Kino steht das Knebelsbergerhaus; hier lebte durch mehr als 20 Jahre Leopold Knebelsberger, der Komponist des Andreas-Hofer-Liedes. Am südlichen Ende des Marktplatzes liegt der Rathausplatz. Hier steht das altehrwürdige, mit einem Turme versehene Rathaus, das im Jahre 1554 erbaut wurde. Im Rathausgebäude befindet sich das Stadtamt und das Amtsgericht. Das Haus Nr. 373 beherbergt das sehr sehenswerte Städtische Museum mit zahlreichen Gegenständen aus fernen Ländern, insbesondere aus Ostasien.
Über den Häusern der inneren Stadt thront die Dekanalkirche mit ihrem schönen Spitzturm. Diese Kirche wurde 1583 erbaut. Neben der Kirche steht die städtische Musikschule, die schon hunderte von tüchtigen Musikern herangebildet hat. Im Musikschulgebäude ist auch die Gemeindebücherei untergebracht, sie umfaßt rund 4000 Bände. Gehen wir vom Marktplatz aus durch das schmale Apothekergäßchen, So kommen wir zum Schulhause, einem imposanten Gebäude, das im Jahre 1898, errichtet wurde. Wenn wir die Kaadner Straße entlang wandern ,so kommen wir zur Nikolai-Kirche. Diese Kirche stand schon vor dem Jahre 1462, kann also auf mindestens ein halbes Jahrtaufend zurückblicken.  Um die Nikolai-Kirche herum breitet sich der idyllisch gelegene Preßnitzer Friedhof aus; im Friedhof ist der Standplatz eines Kriegerdenkmals, das der Bildhauer Oswald Hofmann geschaffen hat. In der Kirche selbst ist der weltberühmte Gelehrte Bohuslaw von Lobkowitz begraben. In der Kaadner Straße sehen wir auch das Ignaz-Walter-Haus. Hier wohnte vor vielen Jahren der vor vorzügliche Harfenspieler Ignaz Walter, der von 1776 bis 1792 Bürgermeister von Preßnitz war. Ignaz Walter legte den Grund zur Entstehung der bekannten Preßnitzer Musikkapellen. Die Joachimsthalerstraße führt uns zur Schwedenlinde, die uns an den Dreißigjährigen Krieg erinnert. Wir kommen zum Freibad und Schließlich zur staatlichen Revierförsterei Spitzberg.
Preßnitz liegt am Preßnitzbache, der nach Sachsen fließt und in die Zschopau mündet.
Die freie Bergstadt Preßnitz ist einer der ältesten Orte des Erzgebirges. Schon im Jahre 1335 wird Preßnitz als Marktflecken genannt. 3m Jahre 1546 wird Preßnitz von Kaiser Ferdinand I. zur freien Bergstadt erhoben. Infolge des Bergbaues blüht Preßnitz empor und wird zu einem bedeutenden Orte. Dann kommt der große Rückschlag: der Dreißigjährige Krieg! Schwedenheere verwüsten die Gegend. Der Bergbau verfällt. Hunger und Pest dezimieren die Bevölkerung.
Nach dem Dreißigjährigen Kriege wird der Bergbau wieder aufgenommen, kann aber seine frühere Bedeutung nicht mehr erlangen. Als neuer Erwerbszweig wird Im 17. Jahrhundert die Spitzenklöppelei eingeführt. Der siebenjährige Krieg bringt neue Qualen für die Bevölkerung: Truppendurchzüge, Requisitionen, Einquartierungen und schließlich Hungersnot.
Im Jahre 1811 brannte die Stadt fast vollständig nieder. Von 373 Häusern blieben nur 66 übrig. Nach dem großen Brande kommt das Reisen mit Musik sehr in Schwung. „Preßnitzer Musikanten" hat es aber schon lange vorher gegeben. So musizierten bereits um 1770 Preßnitzer Kapellen in Karlsbad während der Kurzeit. Die Preßnitzer Musik-kapellen waren im 19. Jahrhundert und in der Zeit vor dem Weltkriege weithin berühmt; Sie bereisten die ganze Welt, insbesondere den Orient. In der heutigen Zeit hat das Reisen mit Musik an Bedeutung sehr verloren.
 
Sparcasse
Stausee bei Niedrigwasser
Stausee Preßnitz
 
Orte | Bartelsdorf | Bernau | Bielenz | Deutsch Kralupp | Dörnthal | Domina | Eidlitz | Eisenberg | Gabrielahütten | Gersdorf | Glieden | Görkau | Göttersdorf | Grün | Hagensdorf + | Hannersdorf | Hareth | Heinrichsdorf | Hohenofen | Hohentann | Holletitz | Holtschitz | Horschenz | Hoschnitz | Hruschowan | Kaitz + | Kallich | Kienhaid + | Kleinhan | Kleinpriesen | Körbitz | Komotau | Krima | Kunnersdorf+ | Kupferberg | Liebisch | Losan | Märzdorf | Malkau | Maltheuern | Michanitz + | Milsau | Monowitz + | Naschau + | Natschung | Negranitz | Neosablitz | Neudörfl | Neudorf/Biela | Neudorf/Seb. | Neuhaus | Nokowitz | Oberdorf | Ojes | Pahlet | Petsch | Pirken | Plaßdorf | Platten | Platz | Pößwitz | Prahn + | Prenzig + | Pressnitz | Priesen | Pritschapl | Pröhl | Prösteritz | Puschenpelz | Quinau | Retschitz + | Reizenhain + | Rodenau | Rothenhaus | Saaz | Sadschitz | Salesel | Schergau | Schimberg | Schmiedeberg | Schönlind | Schößl | Sebastiansberg | Seestadtl + | Skyrl | Sonnenberg | Sosau + | Sperbersdorf | Spielhübl | Sporitz | Stolzenhan | Strahn | Strößau | Tenetitz | Trauschkowitz | Triebschitz | Troschig | Trupschitz | Tschachwitz | Tschermich + | Tschern | Tschernitz | Tschernowitz | Tschoschl + | Türmaul | Tuschmitz | Udwitz | Uhrissen | Ukkern | Ulbersdorf | Ulmbach + | Weingarten | Weipert | Wisset | Wistritz | Witschitz | Wodierad | Würgnitz | Würschen | Wurzmes | Zollhaus | ZUscha | Vernichtete Orte + | Unsere Landschaft- gestern und heute | Wo einst unser Dörfer standen | Generelle Seitenstruktur
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü